"ehem. Stadtrichterhaus" - Schulgasse 12 in Weiden

Das Haus befindet sich in der nordwestlichen Altstadt von Weiden. Das zweigeschossige Gebäude steht walmseitig zur Schulgasse, eine der Haupterschließungsstraßen der Altstadt.

Bedeutung des Hauses aus Sicht der Stadtarchivarin Petra Vorsatz:

Unter den Weidener Altstadthäusern nimmt dieses einen ganz besonderen Platz ein, sowohl was den baulichen Befund betrifft, als auch wegen seiner historischen Bedeutung.

Es ist ein sogenanntes burggutisches Haus, das einzige mir bekannte im Bereich der Altstadt; es stand lange Zeit außerhalb der städtischen Gerichtsbarkeit und war auch keinen bürgerlichen Steuerleistungen unterworfen.

Man könnte es auch als exemt, das heißt keiner bürgerlichen Gerichtsbarkeit unterworfen, bezeichnen.
Als solches ist seine Geschichte einmalig und auch zu verknüpfen mit bedeutenden Oberpfälzer Geschlechtern, denn in einem Schreiben aus dem Jahr 1744 sind als Inhaber des Burgguts, "die Erlböken genannt", dannach "auf die Nothaften". "Wie aber und zu was zeit es verkaufft, auch welcher gestalten der züns unnd die besteyerung ufhirt, ..., kann nirgendts finden."
Die Familie Erlbeck und Nothaft gehörten zu den bedeutendsten Geschlechtern des bayerisch-böhmischen Raums.

Größtenteils war es das Haus des Weidener Stadtrichters, was unter anderem ein Inventar aus dem Jahr 1711 belegt, mit Verhörzelle und Gefängnisräumen. Zeitweise war es auch Landrichteramtshaus. Es wird auch in Quellen oft als "das Amthaus zu Weyden" bezeichnet.

Kein anderes bürgerliches Haus in Weiden ist mit diesem vergleichbar, dies kann immer nur wieder betont werden.

Petra Vorsatz, Dipl. Archivarin (FH)
Leiterin d. Amts f. Kultur, Stadtgeschichte und Tourismus

ehem. Stadtrichterhaus
Auszug aus der Denkmalliste:
Ehem. Stadtrichterhaus, Walmdachbau mit rundbogigem Portal und Zwerchhaus, 16. / frühes 17. Jh.